24.
Februar
2015

Stellungnahme zum Artikel in WAZ und WR: „Bochumer Studierende und Flüchtlinge werden ‚bewacht'“

Vor einiger Zeit hat die Linke Liste eine kurze Pressemitteilung des Akafös auf Facebook geteilt, als diese auf die Unterbringung von
Refugees in ihren Räumlichkeiten des sogenannten Priesterseminars hinwiesen.
Wir finden es selbstverständlich absolut begrüßenswert, dass das Akafö geflüchteten Wohnraum zur Verfügung stellt. Jedoch haben wir auch auf den latent rassistischen Unterton dieser Pressemitteilung hingewiesen. So wird dort betont, dass den im Priesterseminar wohnendenStudierenden ein Umzug wegen diesen neuen (verschlechterten) Bedingungen angeboten würde. Nun haben sich auch die WAZ und die Westfälische Rundschau dem Priesterseminar angenommen und springen auf den vom Akafö angestoßenen ausländer_innenfeindlichen Zug auf. So wurde in der WAZ vom 24.02.15 unter anderem der studentische Wohnheimsprecher des Priesterseminars befragt, der sich wünscht, dass endlich wieder Ruhe einkehrt oder anmerkt, dass „[d]ie meisten Flüchtlinge … haben bessere Handys als ich“ was ein Indiz dafür sein soll, dass im Priesterseminar eigentlich gar keine notleidenden Menschen untergebracht wären. Der Artikel suggeriert ein Bild von randalierenden, kriminellen Menschen, die eine potentielle Bedrohung für Studierende seien. So wird desweiteren berichtet, dass nun ein Sicherheitsdienst für „Ruhe und Ordnung“ im Priesterseminar sorgen würde. Nicht wegen zu lauten Studipartys im Wohnheim, sondern einfach nur, weil sich dort Geflüchtete aufhalten. Der Sicherheitsdienst sei nötig geworden, als eine Initiative versucht hatte Kontakt mit den Refugees aufzunehmen und dabei Meinungsverschiedenheiten zwischen Initiative und dem Akafö aufgetreten seien.

So versucht das Akafö also in unglaublicher Weise den Beziehungsaufbau von anderen Stadtteilbewohner_innen mit den Geflüchteten zu unterbinden, indem der angeheuerte Sicherheitsdienst alle Personen kontrollieren soll, die das Wohnheim betreten möchten. Nicht nur die Zugangskontrolle für Studierendenwohnheime oder andere Akaföeinrichtungen verurteilen wir aufs Schärfste. Auch den impliziten und expliziten Rassismus von Seiten des Akafö gilt es aufzuzeigen und zu kritisieren!

Den studentischen Wohnheimsprecher und WAZ wie Westälische Rundschau fordern wir überdies dazu auf, sich nicht weiter an der Hetze gegen Geflüchtete zu beteiligen sondern mit Solidarität auf die neue Situation zu reagieren. Die tendenziösen Artikel, die in der WAZ und der Westfälischen Rundschau erschienen sind, welche zumindest Ignoranz gegenüber der Situation der Geflüchteten erkennen lassen, verurteilt die Linke Liste deshalb als Beitrag zur rassistischen Stimmungmache.

Refugees Welcome!