02.
Mai
2015

Veranstaltungsreihe: „The Good, the Bad and the Ugly“

Rojava, Pegida und der Islamische Staat. Dies sind Themen, die uns in
den letzten Monaten bewegten und beschäftigten. Auf der einen Seite der
Kampf des kurdischen Volkes für Demokratie, auf der anderen Seite zwei
Gruppierungen, die trotz der großen Unterschiede für das gleiche Problem
stehen: Die Manifestierung menschenverachtender, reaktionärer
Ideologien.

Diese Themen möchten wir, die Linke Liste an der Ruhr-Universität
Bochum, der Verband der Studierenden aus Kurdistan in Bochum (YXK) und
die Alevitische Hochschulgruppe Bochum (BDAS) in einer gemeinsamen
Vortragsreihe aufgreifen und präsentieren euch folgende Veranstaltungen,
zu denen ihr herzlichst eingeladen seid:

Mittwoch, 6. Mai, 19 Uhr (Hörsaal HGB 50, Ruhr-Universität Bochum)
Vortrag und Diskussion: Rückkehr des Islamismus im arabischen Winter
(Ismail Küpeli)
2011 weckten die Rebellionen im Nahen und Mittleren Osten Hoffnungen auf
eine Überwindung der arabischen autoritären Regime und auf demokratische
Gesellschaften, die Raum für linke und emanzipatorische Prozesse bieten.
2015 ist davon nicht mehr die Rede. Mehrheitlich haben sich die
Machthaber halten können, mancherorts haben sich neue Autokratien
gebildet – und dies sind eher die positiveren Beispiele. In Libyen und
Syrien herrschen blutige Bürgerkriege, in denen die Menschen um ihr
Überleben kämpfen.
Insbesondere in Syrien haben sich islamistische Organisationen als die
wichtigsten Gewaltakteure neben dem bisherigen Regime etabliert. Hier
wollen wir uns anschauen, wie es zu diesem Erstarken des Islamismus kam,
welche regionalen Mächte dazu beigetragen haben und welche Staats- und
Gesellschaftsordnung die Islamisten propagieren. Wir wollen auch nach
Gegenkräften suchen, die aus einer linken und emanzipatorischen
Perspektive Bündnispartner sein können.

Mittwoch, 13. Mai, 19 Uhr (Soziales Zentrum Bochum)
Vortrag und Diskussion: Islamismus und Rechtsextremismus –
massenmörderische Brüder im Geiste (Tomasz Konicz)
Was treibt tausende junge muslimische Männer – auch aus Westeuropa – in
die Fänge des Islamischen Staates und anderer dschihadistischer Banden?
Der Journalist Tomasz Konicz argumentiert, dass der Aufschwung des
extremistischen Islamismus durchaus Parallelen zu dem massiven Erstarken
der extremen Rechten in Europa aufweist. Beide ideologischen – und
potenziell eliminatorischen – Wahnsysteme stellen Krisenideologien dar,
die den durch die zunehemnde Krisendynamik desorientierten und
verunsicherten Menschen ideologischen Halt versprechen und zugleich die
eskalierende Krisenkonkurrenz legitimieren. Anhand des Begriffs des
„Extremismus der Mitte“ soll diese innere Wesensverwandschaft von
Islamismus und Rechtsextremismus dargelegt und zur Diskussion gestellt
werden.
Veranstaltet in Kooperation mit notstand e.V. und DGB.

Mittwoch, 20. Mai, 19 Uhr (Hörsaal HGB 50, Ruhr-Universität Bochum)
Vortrag und Diskussion: Wiederaufbau nach dem Widerstand in Kobané
(Ronahi, Cenî Frauenbüro)
Seit mehr als drei Jahren wurde Rojava von dschihadistischen Gruppen,
zuletzt auch mit Hilfe der türkischen Regierung angegriffen. Die USA und
die türkische Regierung erklärten schon im Voraus, dass Kobané zum
Scheitern verurteilt sei. Doch die Widerstand leistenden
Volksverteidigungseinheiten YPJ und YPG verbannten den Islamischen Staat
am 25. Januar 2015 aus Kobané. Kobané wurde somit zum Symbol des
Widerstandes durch die heldenhaften Einsätze der Freiheitskämpfer_innen.
Doch wie ist die aktuelle Lage von Kobané heute? Wie wird Rojava nach
diesem Widerstand wieder aufgebaut? Welchen Problematiken ist Rojava bis
heute noch ausgesetzt? Welche Rolle trägt die kämpferische Frau in
dieser Revolution? Diese und weiterführenden Fragen werden von der
Referentin Ronahi beantwortet.

Mittwoch, 3. Juni, 19 Uhr (Hörsaal HGB 50, Ruhr-Universität Bochum)
Vortrag und Diskussion: „Wir sind nicht rechts, aber…“. Ursachen und
Struktur der Proteste von Pegida (Mark Haarfeldt)
Pegida existiert mittlerweile seit über einem halben Jahr. Gegründet von
einem Bekanntenkreis entwickelte sich die „Bewegung von Unten“ zu einer
Großveranstaltung, zu der mehrere Tausend Menschen anreisen, um mit
Parolen wie „Wir sind das Volk“ oder „Lügenpresse“ in Dresden zu
„spazieren“. Auch außerhalb von Dresden gab und gibt es Versuche, das
Phänomen Pegida zu etablieren. Doch nirgendwo anders hatte Pegida mehr
Erfolg wie in Elbflorenz. Pegida initiierte politische Impulse, die
sowohl in den Medien wie auch in der politischen Debatte zum Tragen
kamen. Der Vortrag will die Struktur von Pegida darstellen,
Entwicklungen skizzieren und deren Auswirkungen verorten, die mitunter
nicht nur Sachsen betreffen.

Organisator_innen:

Linke Liste an der Ruhr-Universität Bochum

Die Linke Liste (LiLi) ist eine hochschulpolitische Bündnisliste von
Studierenden, die auf dem Campus und darüber hinaus emanzipatorische
Positionen vertreten.
Als parteiunabhängiges und undogmatisches Bündnis verstehen wir unter
dem Label ‚links‘ unsere Aktivitäten zahlreiche Themenfelder betreffend.
So spielt die internationale Solidarität bei uns eine große Rolle. Zu
unserer Bündnisliste gehört auch die MK (MultiKulti-Liste). In der MK
organisieren sich Studierende aus China und Vietnam sowie die
afrikanischen und kurdischen Studierenden. Die MK ist sehr aktiv im
Autonomen AusländerInnen Referat und organisiert spannende
Kulturveranstaltungen wie z. B. Filmtage oder Neujahrsfeste.
Unser Engagement beschränkt sich jedoch nicht auf den Campus. Wir
organisieren auch gesellschaftskritische Veranstaltungen in der Stadt,
beteiligen uns an antifaschistischen und antirassistischen Aktivitäten
und organisieren alternative Kulturangebote wie z. B. Vortragsreihen
oder Cocktailabende.
www.lili-bochum.de – www.facebook.com/lilibochum

Alevitische Hochschulgruppe Bochum – BDAS

Die BDAS-HSG Bochum setzt sich vor dem Hintergrund alevitischer Werte
für eine säkulare, zeitgenössische, humanistische, solidarische,
umweltfreundliche und demokratische Gesellschaft ein. Sie tritt für das
Recht von Studierenden auf Mitbestimmung ein. Sie versucht das Leben an
den Hochschulen und in der Stadt mitzugestalten. Insbesondere der
interkulturelle und interreligiöse Dialog und ein wissenschaftliches
Fundament sind Kernelemente der Arbeit der Hochschulgruppe. Sie
übernimmt ebenfalls die Interessensvertretung ihrer Mitglieder. Der BDAS
Bochum setzt sich für die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern,
sowie gegen Homophobie ein und versucht ihre Mitglieder politisch und
kulturell zu sensibilisieren. Weiterhin unterstützt sie ihre Mitglieder
beim Studium.
www.facebook.com/BDASHSGBOCHUM

Verband der Studierenden aus Kurdistan in Bochum – YXK

Seit Dezember 1991 setzt sich die YXK aktiv für eine freiheitliche,
demokratische Gesellschaft ein. Als organisierte Studierende ist unser
besonderes Anliegen, die gesetzten gesellschaftlichen Strukturen zu
thematisieren und sie kritisch zu hinterfragen.
Angesichts der gegen die KurdInnen in allen vier besetzten Teilen
Kurdistans praktizierten Unterdrückungs- und Assimilationspolitik, sowie
der tagtäglichen Menschenrechtsverstöße und der dagegen Widerstand
leistenden Freiheitsbewegung, verspürten viele kurdische Studierende das
Bedürfnis, sich neu zu organisieren und ihre Rolle zur Erlangung von
Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung einzunehmen. Hauptinteresse der
organisierten Studierenden ist es, ein Bewusstsein in ihrem Umfeld für
die Situation der Kurd_innen in ihrer Heimat zu schaffen. Dabei setzt
der Verband auf internationale Solidarität und steht allen Menschen
offen, die Interesse zeigen und sich für eine gerechte Sache einsetzen
wollen.
http://www.yxkonline.com/

Mit freundlicher Unterstützung des DGB.