05.
Dezember
2016

Achtung! Der Unirahmenvertrag kommt!

…doch was bedeutet dies für uns?

Ab dem 01.01.2017 darf kein Text mehr im Blackboard/Moodle sein und hochgeladen werden,
wenn die Literatur und dazu gehört der Großteil der Texte, urheberrechtlich geschützt ist.
Dies hat mit der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) zu tun, die eine Art GEMA für Literatur
darstellt. Durch ein Urteil des Bundesgerichtshof darf die VG Wort nun bei den Unis abrechnen.
Pro Kurs und Semester wäre dies dann folgende Rechnung:

„Seiten x TN [Teilnehmer]-Zahl x 0,8 Cent“

Dies führt zu höheren Kosten und zu mehr Aufwand für die Dozierenden, die jedes Werk angeben
und einordnen müssten. Ein Pilotversuch an der Uni Osnabrück 14/15 hat gezeigt, dass die
Textmenge stark zurückging.

Von 4.500 Texten auf 1.000 Texten online.

Die Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein
und Thüringen verweigern bisher die Unterschrift. Auch das Rektorat der RUB hat
beschlossen der Rahmenvereinbarung nicht beizutreten. Auch gibt es anderswo schon
Protestinitiativen von Studierenden. Doch eins ist sicher die VG Wort sitzt rechtlich am längeren
Hebel.
Für Studierende bedeutet dies, sich die Texte selbst zu besorgen: Also Bücher kaufen, schneller als
alle anderen die paar Bücher in der Bibliothek ausleihen und/oder kopieren oder ausgedruckte
Reader kaufen. Dies stellt einen immensen Zeit- und Kostenaufwand dar.

Wichtig ist erstmal, ladet euch alle Texte aus Blackboard/Moodle herunter und teilt sie mit
euren KommilitonInnen!

Die dringendste Aufgabe der Hochschulpolitik ist es also derzeit einen Weg zu finden, damit der
neue Rahmenvertrag nicht zu Lasten der Studierenden geht. Die Leittragenden dürfen nicht die
Studierenden sein. Dafür braucht es einen AStA der Protest aufbauen und sich nicht wegduckt,
wenn es darum geht für die Studierenden zu kämpfen! Die Berliner AStEn-Konferenz forderte zum
Beispiel Folgendes:
„Sollten keine praktikablen Alternativen zur im Raum stehenden Einigung von KMK
[Kultusministerkonferenz], Bund und VG Wort gefunden werden können, fordern wir den
zukünftigen Senat von Berlin dazu auf, dass sämtliche anfallenden Kosten sowie der zusätzliche
Personalaufwand durch die Einzelerfassung ab sofort durch den Senat beglichen und in den
kommenden Hochschulverträgen abgebildet werden. Die Gelder dafür sind vollumfänglich
bereitzustellen.“
Solche und weitere Ideen brauchen eine Vertretung, die weiß wie man die studentischen Interessen
von allen Studierenden durchzusetzen. Wir, die Studierenden, stehen vor einer wichtigen Aufgabe!

Wir brauchen wieder einen starken, politisch engagierten AStA!