14.
Juni
2017

Linke Liste solidarisiert sich mit den Besetzer*innen der Herner Straße 131

Mit Bezug auf unsere 10 Kernpunkte mit denen wir in den Wahlkampf der letzten Jahre gezogen sind, dass auch wir als Linke Liste bezahlbaren Wohnraum für Studierende fordern, und da die Wohnraumpolitik der Stadt Bochum es immernoch nicht geschafft hat die Leerstände zu bekämpfen, solidarisieren wir uns mit den Besetzer*innen der Herner Straße 131.

In Bochum herrscht schon seit Jahren Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen, egal ob es Studierende, Wohnungslose, Alleinerziehende oder Geflüchtete sind. Aber von steigenden Mieten sind wir alle betroffen. Dadurch werden Menschen in verschiedenen Lebenslagen dazu gezwungen, ihre Wohnungen und Wohnviertel zu verlassen. Als Studierende sind wir davon ebenfalls sehr getroffen. Begrenzte Wohnheimplätze und steigende Mieten in privaten Wohnungen hindern daran den Umzug in die Unistadt zu wagen.

Und all das, obwohl es in Bochum viel Leerstand gibt, an Wohnungen sowie Gewerbeflächen. Es gibt allein über 7000 leerstehende Wohnungen in Bochum die nicht genutzt werden und vor sich hin schimmeln, weil Eingetümer*innen und Investor*innen kein Geld investieren wollen oder auf einen günstigeren Verkaufsmoment warten. Darum haben auch wir die Forderung an die Stadt, eine Zweckentfremdungssatzung anzuwenden um gegen dieses Problem anzugehen, wobei dies allein das Problem nicht lösen wird und noch weitere Schritte nötig sein werden.

Ebenfalls freuen wir uns darüber, dass es ein Ziel der Aktivist*innen der H131 ist, einen kulturellen und sozialen Begegnungsort zu schaffen, welchen sie mit ihrem Ladenlokal/ Nachbarschaftswohnzimmer bereits provisorisch vorzeigen können. In dem Haus soll Platz sein für Veranstaltungen aller Art, um Ideen zu verwirklichen aber auch einfach um Räumlichkeiten für Projekte und Initiativen anzubieten. Als hochschulpolitische Liste unterstützen wir jede Möglichkeit um das Campus- und Stadtleben enger zusammenzubringen.

Auch wenn die Besetzung eines Hauses zunächst als radikales Mittel in einer politischen Debatte erscheint, ist dies im Zuge einer jahrelang vernachlässigten und verfehlten Wohnraumpolitik der Stadt und den fehlgeschlagenen Versuchen von Initiativen und Organisationen auf das Problem hinzuweisen, vielleicht kein legales aber aufjedenfall ein legitimes Mittel. Die Herner131 ist dabei momentan nur der Ausgangspunkt für die politische Debatte um Wohn- und Freiräume in Bochum , sie kann jedoch bei einer Legalisierung ein starkes Symbol der Stadtverwaltung sein, für die es zuerst ein Eingeständnis wäre , Fehler gemacht zu haben, aber auch ein Zugeständnis sich nun endlich des Themas anzunehmen und aktiv zu werden.

Deshalb untersützen wir als Linke Liste dieses Projekt und fordern von der Stadtverwaltung eine Verschiebung der am 22.Juni stattfindenden Zwangsversteigerung ,um in Kontakt mit allen Beteiligten Akteuren treten zu können. Die Menschen wollen hier mitreden dürfen. Wir auch.

Eure LiLi