01.
November
2017

„Handlungskonzept Wohnen“ der Stadt Bochum lässt Studierende links liegen

Hey,
hier ist eure LiLi. Wir möchten auf eine Veranstaltung hinweisen die am 2. November auf dem Rathausvorplatz in Bochum stattfindet. Dort wird es um das momentan im Rathaus geplante „Handlungskonzept Wohnen“ gehen. Dieses soll die Wohnungsentwicklung in Bochum neu gestalten. Dabei vergisst es aber die Studierenden, Geflüchtete, Rentnerinnen sowie Wohnungslose Menschen in Bochum. Statt einer sozial gerechten Wohnungsentwicklung die für Studierendebezahlbaren Wohnraum schafft, sollen durch Privatisierung hochpreisige Wohnungen entstehen. Der momentane AStA sieht keinen Grund sich darin einzumischen ,also haben wir uns gedacht ,sollten zumindest wir als Linke Liste , die schon seit Jahren einen aktiven und politischen AStA fordern, die Belange der Studierenden vertreten. Darum werden wir auf der Veranstaltung von Stadt für Alle einen Redebeitrag halten der die Wohnsituation der Studierenden darlegt und eine solidarische Stadt einfordert.
(Den Redebeitrag werden wir dann im Nachhinein noch hier hochladen, für die Menschen die es zu der Veranstaltung nicht schaffen können, aber trotzdem wissen wollen, was wir zu der Wohnungspolitik Bochums sagen)

Eure LiLi

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Und hier ist der Ankündigungstext von Stadt für Alle:

Wie soll eine Stadt für Alle sein? Grundsteinlegung zu einem anderen Handlungskonzept Wohnen am 02.11.2017. um 17.00 Uhr auf dem Rathausvorplatz in Bochum

Die Wohnungspolitik der Stadt Bochum zeigt, dass es jetzt mehr denn je an der Zeit ist eine Stadt für Alle entschlossen ein zu fordern. Darum werden wir am 02.11.2017. ab 17.00 Uhr auf dem Rathausvorplatz unser alternatives Handlungskonzept für eine Stadt für Alle vorstellen.

Noch immer stehen 7.000 Wohnungen und 80.000 qm Bürofläche leer. So ist es und soll es wohl auch zukünftig bleiben. Die Ablehnung einer Zweckentfremdungssatzung und das erarbeitete Handlungskonzept Wohnen machen deutlich, dass vor allem Wert auf die Förderung privatwirtschaftlicher Investitionen gelegt wird und nicht auf eine nachhaltige soziale Wohnraumversorgung.

Dieses Ideal der unternehmerischen Stadt folgt der Logik kapitalistischen Inwertsetzung und nicht den Bedürfnissen der BewohnerInnen.

Der Bedarf an Wohnraum für einkommensschwache Menschen, wie Renter*innen, Student*innen und Alleinerziehende wird nur am Rande erwähnt. Die Gruppe der Geflüchteten taucht im Handlungskonzept gar nicht mehr auf. Auf Nach frage von Stadt für Alle war die Antwort, dass diese Gruppe stets „mitgedacht“ wird. „Vor dem Hintergrund, dass die dringend notwendige Versorgung mit Wohnraum für Geflüchtete einer der zentralen Anlässe für das Handlungskonzept Wohnen war, kann diese Ignoranz nur mit Rassismus erklärt werden“, so Rainer Midlaszewski vom Netzwerk Stadt für Alle

Die unternehmerische Stadt zeigt sich auch im Bereich des studentischen Wohnens. Auch hier zeigt sich, dass die Stadt auf Apartments „Voll möbliert im High-End-Bereich“ setzt. Zum Wintersemester 2021/22 will die „BaseCamp GmbH“ gegenüber von Hauptbahnhof und Europahaus einen 67 Meter hohen Studentenwohnturm mit 21 Stockwerken eröffnen. 20 Quadratmeter kosten 450 bis 500 Euro.

Es ist an der Zeit endlich einen Grundstein für eine solidarische Stadt zu legen, wenn es die Stadt nicht tut, müssen wir eben selbst damit anfangen und den politischen Akteuren immer wieder feste auf die Füße treten und unsere Forderungen sichtbar machen.