27.
November
2014

Partysituation

FIGHT FOR YOUR RIGHT TO PARTY!

Was ist denn mit den FR-Partys los?

Wie vielen von euch bekannt ist, können viele Partys von Fachschaften und Initiativen nicht mehr an der Uni stattfinden. Das Problem ist, dass das AZ (das AusländerInnenzentrum) durch veränderte Brandschutzbedingungen nicht mehr als Partyraum zur Verfügung steht. Im Moment kann dieses nämlich nur noch mit dem Kulturcafé zusammen genutzt werden. Das bedeutet, dass die Getränke (bis auf eines, ausgeschlossen ist dabei Bier) vom Kulturcafé ausgegeben werden. Da dieses von der Studierendenschaft betrieben wird also vom AStA… Das bedeutet, dass auch die Einnahmen beim Kulturcafé (und AStA) bleiben. Allerdings muss auch die Security und Reinigung des Raumes von den FSRs und Initiativen bezahlt werden – von Geld, dass durch die Veranstaltung kaum erwirtschaftet werden kann. Für viele Partys ist der zusätzliche Raum zudem unattraktiv. Niemand will auf einer Party auf weiter Flur in kleinen Grüppchen stehen. Mehr Menschen dürfen einerseits aufgrund der Brandschutzbestimmungen und können andererseits auch gar nicht von unkommerziellen Teams mobilisiert werden. Wenn das Kultucafé jedoch alleine genutzt wird, gibt es wiederum viel weniger Raum, insbesondere zum Tanzen (wie wir in eigener Feldforschung herausfinden konnten, ist Tanzen eine der Hauptbeschäftigungen auf FR- und Initiativenpartys). Alles in allem ist das Kulturcafé für viele FRs und Initiativen also keine allzu attraktive Partylocation.
Was können die FRs also tun? Einige FRs veranstalten schon große FR-Partys in kommerziellen Veranstaltungsorten wie z. B. der Discothek „Matrix“ im abgelegenen Langendreer. So könnten sich kleinere FRs zusammenschließen um gemeinsame FR-Partys in großen Locations zu feiern. Aber: Das bedeutet, dass Studierende viel Eintritt und hohe Getränkepreise hinnehmen müssen. Die Grenze zwischen studentischer Partykultur und einem kommerziellen Discobesuch, den man sich erstmal leisten können muss verschwimmt damit. Die Party-Situation ist symptomatisch: Der Campus als (Frei-)Raum des studentischen Lebens außerhalb von Lernkontexten fällt damit weg. Wir werden zu einfachen Besucher_innen an unserer Uni und in Möglichkeiten der Teilhabe, Gestaltung und Wirkung, des Ausdrucks und des Protestes eingeschränkt.

Wen und was vertritt „unser“ AStA eigentlich?

Dass diese Räume uns vom Rektorat und der Universitätsverwaltung nicht freiwillig überlassen werden, hat sich gezeigt. Dass der amtierende AStA überhaupt kein Bewusstsein für die Problemlage hat, macht der Wegfall des „Legendären Schwulen Sektempfangs“ des Autonomen Schwulenreferats deutlich. Was wir jetzt brauchen ist einen offensiven AStA, der die Interessen der Studierendenschaft durchsetzt statt sich dem Rektorat anzubiedern. Einen neuen AStA also, der auch im Zuge der Campussanierung für studentische (Frei-)Räume kämpft. Einen AStA, der klar kommuniziert, wie welche Räume zu nutzen sind. Einen anderen AStA, als die gerade amtierende Koalition, denn diese glänzt in dieser prekären Situation mit Intransparenz und Inaktivität. Generell scheint dies die Lieblingsstrategie der amtierende AStA-Koalition zu sein, die lieber spurt, wenn das Rektorat pfeift statt sich Gedanken zu machen und in den politischen Kampf zu begeben. Die Party-Situation ist nur der Gipfel des Eisberges, wie unzählige Beispiele zeigen: Auch die Schließung der Internationalen Bibliothek und das Wegfallen der Deutschkurse nahm der AStA kritiklos hin. Es ist zu erwarten, dass der AStA auch weiterhin die Raum-Problematik einfach aussitzen wird.

In diesem Sinne: you have to fight for your right to paaaaaaaaaaaaaaaaaaaty!