31.
Mai
2018

Politikverbot auf dem Campusfest

Hey,

heute haben wir für euch etwas nicht ganz so schönes von dem wir euch berichten wollen. Gestern, am 30.Mai 2018 war mal wieder das Campusfest der RUB und wie die Jahre zuvor gab es auch dieses Jahr wieder das Verbot von Nationalflaggen und „Allgemeinpolitik“. Wir haben dazu einen Text verfasst den wir als Flyer während des Campusfestes verteilt haben. Hier nochmal zum nachlesen als Onlineversion:

Politik auf dem Campusfest
– Ja, Nein, warum eigentlich?

Politikverbot: Warum müssen wir überhaupt darüber reden?
Auf dem Campusfest gibt es nun schon seit einigen Jahren ein Verbot von
Parteisymbolen, Nationalflaggen und politischen Symbolen. Es gibt dieses Jahr auch die
Auflage an alle Standbetreiber*innen, komplett auf allgemeinpolitische Aufklärung zu
verzichten, die über die Betonmauern des Campus hiausreichen. Dazu gehören Infomaterial,
Buttons, Flyer, Sticker und und und… Das dies für eine entschiedn politische Hochschulliste
sehr schade ist, sollte offensichtlich sein und wollen wir hier gar nicht thematisieren. Aber
weshalb hier versucht wird Politik auf einem sozial-kulturellem Fest zu verbieten, ist sowohl
unverständlich als auch faktisch undurchsetzbar!
Kultur und Politik: Alles ist politisch!
Für uns gehört Politik einfach immer dazu, und zwar in allen Lebenslagen.
Politische Debatten und Symbole sind überall um uns herum. Während du das hier liest,
steht vielleicht direkt vor dir ein Mensch in einem „Refugees Welcome“ T-Shirt, die Menschen
am Linke Liste Stand unterhalten sich über die deutschen Panzer in der Türkei und hinter dir
beschwert sich ’ne Person über das vielleicht kommende Hochschulgesetz. (darüber sollten
wir dich und du dich übrigens schnellstens informieren!)Vor Politik sollten wir uns nicht
fürchten, wie AStA und Univerwaltung – wir sollten sie ausleben. „Unpolitisch heißt, politisch
sein, ohne es zu merken.“ (Rosa Luxemburg) Denn Universitäten sollten grundsätzlich ein Ort
des kritischen Diskurses sein. Deshalb muss auch ein Universitätsfest das Stellen kritischer
und provokanter Fragen ermöglichen.
Unipolitik != Allgemeinpolitik? Für uns untrennbar!
Mit den diesjährigen „Kritischen Einführungswochen“(KriWo) lieferten die
Oranisator*inn*en aus dem FSR Sozialwissenschaften gemeinsam mit weiteren Initiativen und
Gruppen vor einem Monat einen eindeutigen Beweis dafür, dass Hochschulpolitik und
Unileben untrennbar mit kommunaler, regionaler, nationaler und globaler Politik
zusammenhängen. Die Themen, die uns an der Hochschule betreffen, könnten wichtiger
nicht sein, gerade im Zusammenhang mit dem kommenden Hochschulgesetz. Ob die
Zivilklausel (Verbot von Militärforschung an Unis) abgeschafft wird und Studierende bald an
den Leopard 2 Panzern mitbauen, welche momentan Afrin besetzen oder ob EU-
Ausländer*innen bald 1500€ Studiengebühren zahlen müssen, was einen weiteren
Mauerstein in der Festung Europas darstellt – all dies ist Hochschulpolitik und deswegen
sagen wir: Weg mit dem Politikverbot beim Campusfest! Lasst uns zusammen feiern und uns
austauschen und dann weiter feiern!
Eure LiLi

 


Update 31.Mai 2018: Nur eine kurze Information, dass wir vom AStA und der Univerwaltung dementsrechend wirklich zensiert wurden. Zum einen wurde der YXK verboten die Flagge Kurdistans zu zeigen und zum anderen wurde beim Stand der Linken Liste ein Flyer/Plakat zensiert, auf dem wir unsere kommenden Veranstaltungen zu 200-Jahre-Karl-Marx angekündigt und beworben haben. Im genauen geht es dabei um das Bild Karl Marx‘ , welches wir dementsprechend schwärzen mussten. Dass das gleiche Plakat bei den anderen Organisator*inn*en (GRAS, JuSos, DGB, YXK) nicht zensiert wurde, sei hier ebenfalls erwähnt und wirft bei uns weitere Fragen auf.

Aber unser zensierter Flyer sorgte für Nachfragen und gab uns die Möglichkeit noch mehr Menschen unsere Veranstaltungen nahe zu bringen. Also komm auch du zu einer unserer zahlreichen Karl-Marx Veranstaltungen.

LiLi