27.
November
2014

Gemeinsam aktiv: Die LiLi und die MK

Gegen Rassismus und Entpolitisierung!
Für eine solidarische Uni und emanzipatorische Bildung!

Dass deutsche Hochschulen keine Orte fernab gesellschaftlicher Konflikte sind, können wir Studierende alltäglich beobachten und am eigenen Leib erfahren. Ganz im Gegenteil ist die Hochschule nach wie vor ein Terrain gesellschaftlicher Widersprüche und Auseinandersetzungen. Als einen solchen Ort verstehen wir als MultiKulti-Liste die Hochschule; darum engagieren wir uns im StuPa und wollen dort auch in Zukunft mit euch und für uns Studierende linke Hochschulpolitik machen.

Gesellschaftlicher und struktureller Rassismus machen auch vor der Uni keinen Halt. Das erfahren ausländische Studierende oder Studis mit Migrationshintergrund immer wieder. Besonders schwer zu bekämpfen ist dieser Rassismus, wenn er sich nicht nur auf die Situation an der Hochschule bezieht, sondern wenn seine Wurzeln tiefer liegen und dieser bereits in den Konflikten in den Herkunftsorten der Studierenden angelegt ist. Solcher Rassismus betrifft immer wieder z. B. kurdische Studierende, die oder deren Eltern Kurdistan verlassen mussten, um der Repression der Staaten in der Region und ihrem Rassismus zu entgehen. Immer wieder werden Studierende (nicht nur verbal) von nationalistischen Studierenden oder Dozent_innen angegriffen.
Die Universitäten entziehen sich oft der Auseinandersetzung mit solchen Konflikten und stellen sich nicht einmal ihrer Verantwortung als Institution der Wissenschaft: In Hamburg und Essen ist es gar soweit gekommen, dass Hochschulen Räumlichkeiten für Veranstaltungen über die Lage in Kurdistan (wie zum Beispiel aktuell in Kobanê oder Rojava) und den Terror der menschenverachtenden Organisation Islamischer Staat (IS) entzogen haben, um die Hochschule nicht mit politisch brisanten Themen in Verbindung zu bringen. Diese voranschreitende Entpolitisierung der Unis und Hochschulen setzt sich in anderen Bereichen fort. Lehre und Forschung werden massivem Druck ausgesetzt, um das Studium immer verwertbarer zu machen und Studierenden wird die Möglichkeit genommen, einen politischen Diskurs an der Uni zu gestalten. Die Hochschule wird zusehends zu einem Serviceunternehmen oder gar einem Forschungsinstitut der Wirtschaft und damit auch der Rüstungsindustrie umgestaltet.
Diese Entwicklungen wollen wir nicht mittragen; daher sagen wir, dass eine Hochschule – gerade als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung – einen Rahmen für ein solidarisches Miteinander und eine Teilhabe an emanzipatorischer Bildung bieten muss.

Deshalb engagieren wir uns als MK (Multikulti-Liste) gemeinsam mit der Linken Liste in der Hochschulpolitik. Wir werden im StuPa weiterhin Hochschulpolitik im Sinne einer solidarischen Studierendenschaft, kritischer Forschung und Lehre, emanzipatorischer Bildung und einer partizipativen Hochschule voranbringen.

Die MK trifft sich jeden zweiten Donnerstag im Monat um 18:15 in GB 02/160.