27.
März
2019

Revolution in Deutschland 1918-1923

Revolution in Deutschland 1918-23
(Vortrag von Daniel Kulla)

29.März ab 19 Uhr im Black Pigeon (Scharnhorststraße 50, Dortmund)

Die Novemberrevolution 1918 hat es gerade so ins landläufige
Geschichtsbild geschafft, zumindest unter Linken geht sie noch bis
Januar 1919 weiter. Der Höhepunkt der revolutionären Bewegung im Februar
und März 1919 ist hingegen unter den diversen historischen
Siegererzählungen fast verschwunden, was auch die Rückschau auf die
weiteren Massenstreiks, Sozialisierungen und Erhebungen bis 1923 sowie
die Folgegeschichte prägt. (Nazis redeten nicht gern genauer darüber,
wen sie da zusammengeschossen hatten und für wen; die SPD redete gar
nicht gern darüber, auf wen sie die ersten Nazis so alles hat schießen
lassen; die KPD redete nicht ganz so gern darüber, auf wen geschossen
wurde, wenn es nicht ihre Leute waren oder sich zumindest als solche
reklamieren ließen.)

So ist das wichtigste revolutionäre Vorbild in der deutschen Geschichte
genau deshalb fast vergessen, weil es in so hohem Maß selbstorganisiert
war und damit nicht in die übliche nationale wie antinationale
Vorstellung vom Deutschen passt, sich weder für Vereinnahmung noch als
Schreckbild anbietet. Gleichermaßen in Vergessenheit geraten sind die
Konsequenzen: Sowohl der Aufstieg des Nationalsozialismus als auch sein
konkretes Erscheinungsbild – mehr als bei jedem anderen Faschismus eine
Verkleidung als Arbeitskräfterevolution – erscheinen ohne diese
Vorgeschichte kaum begreiflich. Kulla schlägt vor, die kommenden fünf
Jahre der revolutionären 100. Jahrestage ab November 2018 dazu zu
nutzen, diese Geschichte so sichtbar wie möglich zu machen.

Eine Veranstaltung vom anarchistischen Buch- und Kulturzentrum Black
Pigeon (www.blackpigeon.blogsport.eu) in Kooperation mit der Linken Liste
Bochum (www.lili-rub.de)